SOS-Modus
Für die Momente, in denen alles zu viel wird. Drei schnelle Schritte für jede Situation. Denk dran: deine Ruhe ist sein Anker.
Atme zuerst du selbst. Vor dem Handeln 3 langsame Atemzüge: dein Kind reguliert sein Gefühl, indem es sich deins leiht.
Zur Ruhe-Ecke gehenWutanfall (der um 20 Uhr)
Schritt für Schritt
- 1Geh auf seine Höhe und atme zuerst du selbst (3-mal).
- 2Argumentiere noch nicht: verbinde dich zuerst. Sanfter Ton, Körper nah.
- 3Benenne es: «du bist sehr wütend, weil…» und warte, bis der Vulkan sinkt.
Du kannst sagen
«Es ist normal, wütend zu sein. Ich bin bei dir. Wenn du bereit bist, bringen wir es gemeinsam in Ordnung.»
Vermeide: Lauter schreien, in der Hitze bestrafen oder «so schlimm ist es nicht» sagen.
Untröstliches Weinen
Schritt für Schritt
- 1Biete Körper an: eine Umarmung oder deine Hand. Kontakt beruhigt.
- 2Bestätige, ohne zu unterbrechen: «wein so viel du brauchst, ich bin da».
- 3Wenn es abklingt, hilf ihm, Worte für das Geschehene zu finden.
Du kannst sagen
«Weinen ist in Ordnung. Du musst gerade nicht okay sein.»
Vermeide: «Nicht weinen» oder zu schnell ablenken, nur damit es aufhört.
Angst / will nicht schlafen
Schritt für Schritt
- 1Bestätige die Angst, leugne sie nicht: «was für ein Schreck, oder?».
- 2Gib körperliche Sicherheit: gedämpftes Licht, Kuscheltier, deine Präsenz für eine Weile.
- 3Atmet gemeinsam wie ein Ballon, bis der Körper zur Ruhe kommt.
Du kannst sagen
«Du bist in Sicherheit. Ich wache, während du dich ausruhst.»
Vermeide: Über die Angst spotten oder die Dunkelheit auf einmal erzwingen.
Will nicht in die Schule / Abschied
Schritt für Schritt
- 1Kurzer, sicherer Abschied: ihn hinzuziehen steigert die Angst.
- 2Ein festes, immer gleiches Ritual: «Kuss, Umarmung, bis später».
- 3Bestätige und vertraue: «ich weiß, du schaffst das, wir sehen uns beim Abholen».
Du kannst sagen
«Ich hab dich lieb, ich hole dich wieder ab. Du machst das großartig.»
Vermeide: Dich ohne Bescheid davonzuschleichen oder an der Tür herumzustehen.
Streit unter Geschwistern
Schritt für Schritt
- 1Stopp das Verhalten ohne Schuldzuweisung: «hier tun wir uns nicht weh».
- 2Bestätige beide der Reihe nach: jeder hat seine Version.
- 3Sucht gemeinsam die Lösung (sei nicht der Richter, der urteilt).
Du kannst sagen
«Ich helfe euch beiden, es zu klären. Was braucht jeder von euch?»
Vermeide: Vergleichen («du, der du älter bist…») oder einen einzigen Schuldigen suchen.
Zu viel (Bildschirme, Lärm, Trubel)
Schritt für Schritt
- 1Reduziere Reize: dimm Licht und Lärm, kündige an, bevor du den Bildschirm ausmachst.
- 2Benenne, was passiert: «es ist zu viel, gehen wir an einen ruhigen Ort».
- 3Biete die Ruhe-Ecke oder einen sanfteren Raum an.
Du kannst sagen
«Dein Körper ist am Anschlag. Drehen wir gemeinsam die Lautstärke runter.»
Vermeide: Mehr Reize hinzufügen (Schreien, mehr Bildschirm) oder ohne Vorwarnung abrupt abbrechen.